FDP im Gemeinderat

Wir setzen uns für Freiheit ein.

Dienstag, September 26, 2017

Schulentwicklung in Friedrichshafen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Schullandschaft in Friedrichshafen ist vielfältig und sehr differenziert. Die Stadt hat ihre Aufgabe als Schulträger stets ernst genommen: Schulgebäude wurden und werden erweitert und modernisiert, gleiches gilt für Ausstattung und Materialien. Auch private Schulen erhielten und erhalten städtische Zuschüsse. Der einzige Kritikpunkt, der mir einfällt, ist: manchmal hätte die Umsetzung von zugesagten Maßnahmen schneller sein können, wie zuletzt bei der Erneuerung der Schul-EDV.

Eltern und Schüler haben viele Wahlmöglichkeiten, die für sie beste öffentliche oder private Schule zu finden. Das sollten wir unbedingt erhalten, soweit wir es vor Ort mitbestimmen können.

Als FDP sehen wir nur einen weißen Fleck in Friedrichshafen: die fehlenden öffentliche weiterführende Schule im Westen. Deshalb erhalten wir unseren Antrag für eine 2. städtische Realschule in Fischbach aufrecht bzw. kündigen an, ihn ggf. nochmals zu stellen, falls der Antrag heute durchfällt. Wir haben dies in unserem Antrag und im KSA ausführlich begründet, sodass ich dies heute nicht wiederholen muss. Der Friedrichshafener Westen hat es verdient, dass der Antrag für eine 2. städtische Realschule beim RP Tübingen gestellt wird. Auch Herr Krämer-Mandeau hält die Schule für rechnerisch möglich, wenn sich die Fischbacher wirklich zu dieser Schule bekennen und das Angebot dann auch nutzen. Dieses Bekenntnis und das Nutzen-wollen haben mehr als 100 Fischbacher und Schnetzenhauser Eltern mit ihrer spontanen Unterschriftenaktion belegt. Also muss doch gelten: Voraussichtlich abgelehnt ist noch nicht tatsächlich abgelehnt! Und vielleicht eröffnen sich nach der Landtagswahl ja neue Perspektiven. Zugegebenermaßen werden bei einem positiven Entscheid mittelfristig Investitionskosten anfallen, da § 30 Schulgesetz BW derzeit keine Außenklassen bei weiter-führenden Schulen erlaubt. Dennoch ist es nicht ganz nachvoll-ziehbar, warum das Kostenargument bei einer 2. Realschule relativ hoch gehängt wird. Wenn Friedrichshafen im kleinen Teilort Berg ein neues Bildungshaus für fast 5 Mio. Euro baut, dann sollte auch eine vergleichbare Summe für eine 2. Realschule in Fischbach diskutabel sein mit seinem Einzugs-gebiet von etwa 10 000 Einwohnern.

Die FDP schließt sich der Verwaltungslinie, dem Gesamteltern-beirat und der CDU-Fraktion an, dass über eine zusätzliche neue gymnasiale Oberstufe an einer der beiden Gemein-schaftsschulen jetzt nicht entschieden werden muss, zumal u. A. noch nicht einmal die Aufnahmekriterien bekannt sind. Insgesamt ist aus liberaler Sicht zu fragen, ob eine weitere neue gymnasiale Oberstufe in Friedrichshafen überhaupt benötigt wird. Allen Schülern mit gutem mittleren Abschluss stehen die beruflichen Gymnasien offen, die im G9 zum Abitur führen. Die Auswahl in Friedrichshafen ist groß!

In einer vielfältigen Schullandschaft ist auch weiterhin Platz und Bedarf für eine Werkrealschule. Die Ludwig-Dürr-Schule leistet darüberhinaus wertvolle Arbeit in mittlerweile acht internationalen Vorbereitungsklassen. Die LDS ist das örtliche Kompetenzzentrum für Vorbereitungsklassen, weitere Vorbereitungsklassen sollten dezentral an anderen Häfler Schulen eingerichtet werden. Die WRS an der Pestalozzischule muß aufgrund der zu geringen Anmelde-zahlen leider auslaufen. Für die dort frei werdenden Räume gibt es mehrere Interessenten. Wie im Ausschuss besprochen, sollte geprüft werden, ob es für die Sprachheilschule weitere, vielleicht bessere Optionen als in der Pestalozzischule gibt. Grundsätzlich befürworten wir den Umzug der Sprachheilschule, um der Schreienesch-Schule Expansion zu ermöglichen.

Die allgemeinbildenden Gymnasien KMG und GZG wie auch die beruflichen Gymnasien sind wichtige Leistungsträger in der städtischen Schullandschaft. Sinnvollen Kooperationen zwischen den Schulen stimmen wir zu, sie sind zum Wohle aller Gymnasiasten. Es wäre schön, wenn KMG und GZG zukünftig nochmals die Chance haben zu überlegen, ob sie G8 oder G9 bevorzugen.

Inklusion geht alle an, also auch alle Schulen vor Ort. Aus liberaler Sicht steht immer das Kind/ der Jugendliche im Mittelpunkt. Wo kann es am besten gefördert werden und sich entwickeln. Für ein Kind kann dies an einer Regelschule der Fall sein, für ein anderes Kind ist es eine Spezialschule. Merian-schule und Tannenhagschule mit dem Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben gehören zum vielfältigen Schulangebot und gewährleisten optimale Förderung und Wahlfreiheit. Ganztagesschulen werden immer wichtiger. Um allen Eltern-wünschen entgegen zu kommen, müssen gebundene und ungebundene Ganztagesschulen angeboten werden. Manche berufstätige Eltern benötigen noch zusätzliche Randzeiten, welche sicher nur über unseren Betreuungsverein angeboten werden können. Zum Ganztag gehört auch ein warmes Mittagessen in der Schulmensa.

Die größte Enge beim Essen herrscht momentan an der Schreienesch-Schule. Damit steht die Erweiterung dieser Mensa zu Recht ganz oben an. Ebenso stimmt die FDP dem Antrag zu, die Mensa am Schulzentrum Ailingen in einen Pavillon zu verlegen.

Schulhofsanierungen in Ailingen und an der Graf-Soden-Schule sind im neuen Doppelhaushalt eingestellt. Wir befürworten ebenso den KMG-Schulhof zu priorisieren. Das KMG hat als große Innenstadtschule einen recht kleinen Schulhof. Die vorhandene Fläche muss optimal genutzt werden können und zwar bald! Wir gehen davon, dass über nicht einvernehmliche Beschlusspunkte einzeln abgestimmt wird. Vielen Dank.

Gez. Gaby Lamparsky, Vorsitzende

 
JuLis Ravensburg Bodensee FDP DVP Fraktion im Landtag Liberale Hochschulle an der ZU