FDP im Gemeinderat

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Dienstag, September 26, 2017

FDP-Fraktion: Haushaltsrede 2011

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, meine Damen und Herren,

Gut Ding will Weile haben

Der Gemeinderat hat sich viel Zeit genommen, die vorgelegten Eckdaten und den eigentlichen Doppelhaushalt zu beraten, zu diskutieren und zu ergänzen.

Trotzdem ist es gelungen, ich erlebe es zum 1. Mal, dass der Haushalt im Vorjahr verabschiedet wird. (Lob an Kämmerei und Verwaltung)

Initiativantrag zur künftigen Nutzung des Areals Karl Olga Haus

Die Situation für das Karl-Olga-Haus verschlechtert sich zunehmend durchden anhaltend (zu) hohen Sanierungsbedarf,das höhere Angebot von Pflegeheimplätzen und betreutem Wohnen in der Stadt,das neue Pflegegesetz, das zukünftig den Anspruch auf ein Einzelzimmer postuliert unddie immer schwieriger werdende Personalgewinnung im KOH.
Es besteht Handlungs- und Diskussionsbedarf. Der Gemeinderat hat Herrn Alber und die Stadt-verwaltung gebeten, neue Konzepte und Überlegungen zur Zukunft des KOHs anzustellen.

Wir möchten uns mit drei Denkmodellen in die laufende Diskussion einbringen.


"Alt und Neu vereinen", 
d.h. KOH und Klinikum zusammenführen, um beide von der Stadt getragene Einrichtungen zu stärken und Synergien zu nutzen. 

Das Klinikum hat sich in den letzten 5 Jahren als gGmbH sehr gut entwickelt. Nach Abschluß des laufenden Maßnahmenprogramms wird das Klinikum seinen wirtschaftlichen Erfolg verstärkt über Kooperationen und Zusammenschlüsse sichern müssen. Hierfür ist das KOH als ebenfalls städtische Einrichtung prädestiniert. Die Berührungsstelle zwischen KOH und Klinikum ist die Geriatrische Rehabilitation. Eine Verlegung der geriatrischen Reha- Abteilung von Klinikum ins KOH könnte zu beider Nutzen sein, denn

der zeitlich oft schwierig zu gestaltende Übergang zwischen stationärer Geriatrie und Reha, Kurzzeitpflege oder Dauerpflege könnte vereinfacht werden,das Klinikum gewänne 28 Patientenbetten hinzu,im tertiären Bereich könnten Kosten gesenkt werden (Verwaltung, Essen; Waschen usw.),Personalengpässe im KOH könnte im Verbund besser abgefedert werden,mittelfristig ist auch eine Ansiedlung von Tagespflege, Praxen und/oder Geschäften aus dem Gesundheitsbereich im KOH denkbar. Tagespflege"
Auf längere Sicht ist ein Pflegeheim in dieser Form schwerlich überlebensfähig, da sowohl langfristig bauliche und vorschriftsmäßige Defizite vorhanden sind. Die Pflege geht z.T. auch aus Kostengründen neue Wege, Pflegebedürftige zu versorgen. Dazu gehören vermehrt tagespflegerische Angebote.
Die Pflegereform geht schon seit 1.07.2008 in diese Richtung durch Aufstockung der Leistungen für die Tagespflege. Seit dieser Zeit gibt es für die einzelnen Pflegestufen Zuschüsse, die zweckgebunden in der Tagespflege eingesetzt werden können/müssen. Das bedeutet es werden für die Pflegestufe I = 210 €Pflegestufe II = 490 €Pflegestufe III = 735 € zusätzlich zum Pflegegeld monatlich gewährt.
Eine Seniorentageseinrichtung in unserer Stadt könnte unter dem (räumlichen)Dach des KOH folgende Angebote bereithalten. Der Altenheimbetrieb wird in der jetzigen Form nach und nach eingestellt und statt dessen werden Tagespflegeplätze angeboten für Menschen mit Demenz (inzw.ca.60 % der Pflegestufen) und Senioren mit anderen pflegenotwendigen Erkrankungen und gesunde Senioren, die ganztags, halbtags oder stundenweise betreut werden. Ansonsten können sie in Ihrer häuslichen Umgebung bleiben. 


Es beinhaltet allepflegerischen Leistungen, gerontopsychiatrische Betreuung, Realitätsorientierungdie Teilnahme an allen gemeinsamen Mahlzeiten inkl. Nachmittagskaffee, kann auch als Mittagstisch für Externe" angeboten werdensowie zahlreiche Gruppenangebote zur Betreuung, Beschäftigung und AktivierungGedächtnistraining und BiografiearbeitGymnastik + Bewegungstherapie, Gleichgewichtsübungen, Fit for 100 , Tanz, SturzpräventionLogopädische und Ergotherapeutische Angebote ( z.B. vermietete Räume an Praxen) Förderung der FeinmotorikKulturelle Angebote (Städt. Vereine/Gruppen /Chöre etc.)Friseur und med. FußpflegeOrganisierte Kurzausflüge(interne oder externe Organisation)Vorlese-, Koch - und SpielgruppenAbteilung :Geriatrische Rehabilitation ( könnte in einem Trakt oder Stockwerk untergebracht werdenSollte eine Modelleinrichtung entstehen, könnte sicherlich mit Fördergeldern ( EU, Bund,Land) gerechnet werden.
Für diese Weiterentwicklung und Konzeption spricht:

Das Gebäude bleibt in städtischen Trägerschaft, was für viele Häfler" wichtig wäre, denn das jetzige KOH stellt neben den Kindergärten z.Zt. das größte soziale Engagement der Zeppelin-Stiftung dar.Das Personal kann übernommen werden, Nachtdienste entfielen.Schlafmöglichkeiten und sanitäre Anlagen für Tagesgäste wären vorhanden, ebenso der Park für Angebote im FreienDiese Konzeption wäre im Altbau oder einen evtl. Neubau möglich. Organisatorisch wäre eine gemeinsame Holding oder eine Überführung des KOH in die gGmbh des Klinikums denkbar.

Unser 3. Denkmodell bezieht sich auf das Gesamtgelände von KOH, altes Hallenbad, Spektrum, Personalwohnheim und betreutes Wohnen an der Ehlersstraße.

Die Stadt sollte u. E. das Gelände nicht aus der Hand geben und als Ganzes entwickeln zu einen "Treffpunkt der Generationen". 

Denn schon heute treffen hier mit KOH, betreutem Wohnen und dem Waldorf-Kindergarten die Generationen aufeinander. Der vorhandene Park könnte zu einem Treffpunkt für Jung und Alt weiterentwickelt werden mit Spielmöglichkeiten und evtl. einem kleinen Therapiegarten.

Auf dem Hallenbadgelände könnten Mehrgenerationen-Häuser entstehen, u. U. ließe sich dort auch ein Familientreff integrieren. Städtische Partner für eine solche Entwicklung könnten die SWG und das Klinikum sein.

Es handelt sich um wertvolle, stadtnahe Grundstücksflächen, vieles ist von dort sogar fußläufig zu erreichen (Schulen, Kindergärten, Sporthallen, Geschäfte).


Wir beantragen, baldmöglichst die Bildung einer internen, fachkompetenten Projektgruppe, die ggf. durch externe Fachberatung begleitet und ergänzt wird.
Diese Projektgruppe soll sich mit der Neukonzeption des KOH `s und Gesamtgelände befassen und dabei unsere Gedanken, Vorschläge und wertvolle Anstöße mit aufnehmen. 


Gez. Gerlinde Ames ,Sylvia Hiß-Petrowitz, Gaby Lamparsky

 

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